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    Geschäftsführerhaftung im Insolvenzverfahren

    In einer wirtschaftlichen Krise, bei Zahlungsunfähigkeit oder bei Überschuldung steigt das Risiko für Geschäftsführer besonders stark persönlich zu haften (sog. „Geschäftsführerhaftung“). Ab wann haftet also ein GmbH-Geschäftsführer persönlich? Was darf er nach Eintritt der Krise noch? Wir können nachhaltig das Haftungsrisiko in der Krise begrenzen!

    Geschäftsführerhaftung

    Unter Geschäftsführerhaftung, GmbH-Geschäftsführerhaftung oder auch manchmal als Managerhaftung bezeichnet, wird die Haftung in Folge von Pflichtverletzungen zusammengefasst. Ein Geschäftsführer haftet persönlich bei Verletzung seiner Pflichten mit seinem privaten Vermögen auf Schadensersatz. Dabei kann er gegen rechtliche Pflichten gegenüber der Gesellschaft oder Dritten verstoßen haben.

    In einer nahenden Insolvenzsituation verändern sich die Pflichten des Geschäftsführers. Dadurch entstehen neue Haftungsrisiken, auf die viele Geschäftsführer nur unzureichend vorbereitet sind. In der Unternehmenskrise können Sie als Verantwortlicher dieser Haftung ausgesetzt sein.

    Corona-Virus Spezial:

    Auslaufen der teilweisen Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ab dem 01.05.2021: Rechtliche Pflichten und Haftungsrisiko des Geschäftsführers 

    Die Insolvenzantragspflicht sei bis Ende April 2021 ausgesetzt, heißt es oft. Doch das ist allenfalls die halbe Wahrheit. Für die meisten kriselnden Betriebe ist die Schonfrist wegen Corona schon 2020 abgelaufen – Strafen drohen.

    INSOLVENZANTRAGSPFLICHT AB DEM 1.5.2021 UNEINGESCHRÄNKT

    In Medien war zunächst zu lesen und zu hören, dass der Gesetzgeber die „coronabedingten“ Regelungen zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 31.12.2020 verlängert habe. Das stimmte nur bedingt, denn für diese Verlängerung über den ursprünglich geplanten Termin 30.09.2020 galt eine entscheidende – und möglicherweise erhebliche – Einschränkung: Die Einschränkung bezog sich nur auf den Insolvenzgrund einer Überschuldung. Zahlungsunfähige Unternehmen hingegen mussten schon seit dem 1.10.2020 wieder regulär Insolvenz anmelden. Wenn sich Geschäftsführer in diesem Fall nicht umgehend beim Insolvenzgericht meldeten, machten sie sich unter Umständen wegen Insolvenzverschleppung strafbar und auch zivilrechtlich haftbar.

    Seit 1.5.2021 gilt: Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht hat geendet – unabhängig vom Insolvenzgrund (Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung) und etwaiger ausstehender staatlich gewährter Überbrückungshilfen. Geschäftsführer müssen nunmehr prüfen, ob ein Insolvenzgrund vorliegt. Sollte dies er Fall sein, muss er im Grundsatz unverzüglich, und nicht erst nach Ablauf der sogenannten „Drei-Wochen-Frist“, Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen.